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10 Dinge über die Mondlandung, die Du nicht wusstest

Wir können auch Clickbait. Besonders Nummer Zwei wird dich überraschen.

Am 21. Juli 1969 betrat mit Neil Armstrong erstmals ein Mensch den Mond. Der Name der NASA-Mission – Apollo 11 – ist in die Geschichtsbücher eingegangen. Zum 50-jährigen Jubiläum stellen wir Euch 10 Fakten vor, die einige von Euch überraschen werden. Von einem Versprecher über eine knappe Landung bis zu einer möglichen UFO-Sichtung: Und die Sache mit der Fahne klären wir auch noch auf.

1. Nur zwei der drei Astronauten betraten den Mond

Am 16. Juli 1969 starteten drei Astronauten im Rahmen der Apollo 11-Mission mit einer Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida in Richtung Mond. Drei Tage später erreichten sie dessen Umlaufbahn. Zwei Astronauten setzen am nächsten Tag mit der Mondlandefähre Eagle auf der Oberfläche des Erdtrabanten auf und bestiegen wenige Stunden später den Mond: zunächst Neil Amstrong und 19 Minuten später Edwin „Buzz“ Aldrin.

Während man ihre Namen für gewöhnlich kennt, ist der Name Michael Collins weniger Leuten bekannt. Collins blieb als dritter Astronaut der Mission während der Zeit im Kommandomodul des Raumschiffs Columbia zurück.

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Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin „Buzz“ Aldrin (v.l.n.r.). Quelle: NASA [public domain]

2. Neil Armstrong hat sich wohl bei seinem ersten Satz auf dem Mond versprochen

Dass Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte, wird nur von Verschwörungstheoretikern bezweifelt. Was seine ersten Worte waren, ist jedoch umstritten. Armstrong behauptete damals, er habe folgenden Satz gesagt: „That’s one small step for a man, one giant leap for mankind.”. Auf der Aufnahme und damit für die erwähnte Menschheit war das “a” jedoch nicht hörbar. So wurde aus dem ersten gesprochen Satz auf dem Mond: „That’s one small step for man, one giant leap for mankind.“ Was die Aussage streng genommen im Sinn verändert.

„That’s one small step for (a) man, one giant leap for mankind.“

Nach seiner Rückkehr sagt Armstrong, er hätte „a man“ statt „man“ sagen wollen. Allerdings gab er zu, dass ein „a“ auf den Aufnahmen nicht hörbar sei. Im Laufe der Zeit hörten sich Interessierte die Aufnahme immer wieder an. Der Journalist Peter Shann Ford gab 2006 an, das verlorene „a“ in der Wellenform von Armstrongs Übertragung gefunden zu haben. Allerdings haben Experten diese Behauptung nicht stützen können. Um Armstrongs Intention gerecht zu werden, findet sich das Zitat heute wie folgt auf der Seite der NASA: „That’s one small step for (a) man; one giant leap for mankind.“

3. Es gibt keine guten Fotos von Armstrong auf dem Mond

All die Fotos, die die meisten Menschen mit der Mondlandung verbinden, zeigen Buzz Aldrin. Oder zumindest seinen Fußabdruck. Von Neil Armstrong hingegen existiert kein einziges Bild, auf dem er für die Kamera posiert. Er ist lediglich zufällig auf einigen Aufnahmen zu sehen.

Über die Gründe hierfür wurde viel spekuliert. So behaupten böse Zungen, es sei Aldrins Rache gewesen, dass er nicht der erste Mensch auf dem Mond war. Was dieser jedoch entschieden zurückwies. Er erklärte das Versäumnis damit, dass Armstrong die meiste Zeit die Kamera hielt, Fotos voneinander nicht eingeplant waren und Armstrong selbst nie nach einem Foto gefragt habe. Er habe sich – als er nach seiner Rückkehr darauf aufmerksam gemacht wurde – sehr schlecht gefühlt.

 

4. Präsident Nixon war auf das Scheitern der Mission vorbereitet

Die US-Regierung war auch auf ein Scheitern der Apollo 11-Mission vorbereitet. So hatte der Redenschreiber Bill Safire für den damaligen Präsident Richard Nixon bereits eine Rede im Fall eines Unglücks auf dem Mond verfasst. Die Rede mit dem Titel „In event of moon disaster“ ist mittlerweile aufgetaucht. Der Nachruf auf die heldenhaft gestorbenen Astronauten musste zum Glück nie gehalten werden. Doch die Vorbereitung war offensichtlich nicht ganz unbegründet,…

5. Scheitern war nicht ausgeschlossen

…denn die Mission war nicht technisch nicht ausgereift – wie Edwin „Buzz“ Aldrin später in einem Dokumentarfilm erklärte. Der Wettlauf mit der Sowjetunion habe dennoch dazu geführt, dass die Astronauten trotzdem zum Erdtrabanten geschickt wurden. Nachdem die Sowjetunion mit Juri Gagarin bereits den ersten Menschen ins Orbit befördert hatte, wollte man offensichtlich nicht noch einmal den zweiten Platz hinter dem damaligen Erzfeind belegen. Schließlich hatte Präsident Kennedy schon 1961 erklärt, dass die USA bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond schicken und sicher zurückbringen würden. Neben der Rede von Nixon wurden daher weitere Vorbereitungen für eine Katastrophe getroffen. So wurde die NASA laut Aldrin auch von der Regierung angewiesen, im Ernstfall den Kontakt zu Apollo 11 zu unterbrechen. So sollte niemand Zeuge eines tragischen Unfalls werden.

6. Bei der Landung wurde der Sprit knapp

Laut Aussage des NASA-Astronauten Charles Duke war die Landung des „Eagle“ der kritischste Moment der Mission. Die wurde aufgrund von Treibstoffknappheit beinahe abgebrochen. Duke, der die Kommunikation für die Mission Control in Houston überwachte, erklärte später: “During the landing, we called ’30 seconds’ from Mission Control, which meant that they had 30 seconds to land, or the next call would be an abort. When we got down to 4 percent fuel remaining in the descent tanks, the mission rule was ‘call an abort’ if they weren’t on the ground.”

„The Eagle has landed.“ – „We copy you on the ground. You got a bunch of guys about to turn blue. We’re breathing again.“

13 Sekunden danach landete die Eagle jedoch auf der Oberfläche. Der folgende Dialog zwischen Armstrong und Duke wurde ebenfalls berühmt. So funkte Armstrong zur Erde: „Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed.” Worauf Duke antwortete: “Roger, Tranquility. We copy you on the ground. You got a bunch of guys about to turn blue. We’re breathing again. Thanks a lot.”

7. Die US-amerikanische Bevölkerung war anfangs skeptisch

Nachdem US-Präsident Kennedy die bemannte Mondlandung im Frühjahr 1961 als Ziel ausgab, zeigte sich die Öffentlichkeit in den USA zunächst begeistert. Doch schon im selben Jahr kamen Zweifel auf. So hatte Senator Paul H. Douglas beispielsweise eine eigene Umfrage unter Weltraumwissenschaftlern durchgeführt und erhielt 381 Antworten. 36 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass das Entsenden von Astronauten zum nächstmöglichen Zeitraum großen wissenschaftlichen Wert habe, während 35 Prozent einem solchen Vorhaben nur geringen wissenschaftlichen Wert zuschrieben. 66 Prozent der Wissenschaftler sahen hingegen in einer unbemannten Mission mit einem Roboter ein wertvolles wissenschaftliches Unterfangen.

Auch die Bevölkerung zeigte sich skeptisch. Die 60er-Jahre waren in den USA vom Vietnamkrieg, Aufständen in Städten und Attentaten auf Personen des öffentlichen Lebens geprägt. Und so verwundert die Frage vieler Amerikaner nicht, warum ihr Land denn zum Mond fliegen sollte, wenn es nicht einmal die Probleme auf der Erde beherrsche. Im Jahr 1964 etwa befanden nur 26 Prozent der Amerikaner, dass die USA alles dafür tun solle, die Sowjetunion zu schlagen und den ersten Menschen auf den Mond zu bringen. Selbst Anfang 1969 waren nur 39 Prozent dafür. 55 Prozent der Befragten fanden hingegen, dass das Weltraumprogramm die vier Milliarden US-Dollar pro Jahr, die es kostete, nicht wert sei. Zahlen, die nach der Mondlandung wohl schnell vergessen wurden!

8. Haben die Astronauten ein UFO gesehen?

Noch auf dem Weg zum Mond haben die drei Astronauten beim Blick durchs Fenster ein Licht im Weltraum gesehen. Da es sich bewegte, hielten sie es nicht für einen Stern. Daraufhin fragte Neil Armstrong die Zentrale in Houston, wo sich die dritte Stufe der Saturn V-Trägerrakete befand. Als Houston wenig später erklärte, dieser Teil sei über 9.600 Kilometer entfernt gewesen, gab sich die Besatzung damit zufrieden. In einer TV-Doku erklärte Buzz Aldrin später, dass das beobachtete Objekt jedoch wesentlich näher schien. Dies sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Spekulationen von Verschwörungstheoretikern und Boulevardblättern.

Tatsächlich glaubte jedoch selbst Aldrin nicht daran, dass es sich um ein von Außerirdischen geschaffenes Flugobjekt handele. So sei es eines von vier Paneelen gewesen, die bei der Separation der Landekapsel von der Rakete freigesetzt wurde – und in diesem könnte sich die Sonne gespiegelt haben. Darüber wollten die Astronauten aber laut Aldrin aus Angst vor Missverständnissen nicht spekulieren. Seine Aussagen wurden in der TV-Dokumentation aus dem Zusammenhang gerissen. Zudem käme es bei dem technischen Begriff UFO (unidentified flying object) immer wieder zu Missverständnissen, wie der Chefhistoriker der NASA, Bill Barry, der Washington Post erklärte. Schließlich sind mit dem Begriff nicht zwangsweise kleine grüne Männchen gemeint.

9. Nach der Rückkehr zur Erde mussten die Astronauten in Quarantäne gebracht werden

Nach der Landung auf der Erde im pazifischen Ozean wurden die drei Astronauten umgehend in eine mobile Quarantäneeinrichtung gebracht. In dieser Einrichtung wurden sie ins Johnson Space Center der NASA weitertransportiert. Dort hatten sie wenigstens mehr Platz, blieben aber zunächst in Quarantäne.

Grund für diese harte Behandlung der Helden, die gerade ihr Leben für die Menschheit riskiert hatten, war die Angst vor einer möglichen Kontamination mit unbekannten Mikroorganismen auf dem Mond. Schließlich war der Mond damals größtenteils unbekanntes Territorium – nur ein paar Roboter waren zuvor auf der Oberfläche gewesen. Nach 21 Tagen durften sich Armstrong, Aldrin und Collins wieder frei auf der Erde bewegen.

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Buzz Aldrin neben der US-Flagge. Das Bild ruft immer wieder Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Quelle: NASA [public domain]

10. Die US-Flagge hat nicht im Wind geflattert

Eins der beliebtesten Argumente der Verschwörungstheoretiker zur Mondlandung ist, dass sich die US-Flagge bewegt habe – was aufgrund fehlenden Windes (ohne Atmosphäre kein Wind) auf dem Mond unmöglich sei. Tatsächlich hat sich die Flagge aber nicht bewegt, wie auch auf einem GIF der NASA deutlich wird beziehungsweise nur dann, wenn ein Astronaut sie kurz vorher bewegt hat. Die längeren Schwingungsbewegungen sind dabei auf die sechsfach geringere Gravitation als auf der Erde zurückzuführen. Tatsächlich wurde der Eindruck einer wehenden Flagge zudem dadurch erzeugt, dass der Stoff an einer Querstrebe befestigt ist. Weitere Belege gegen populäre Argumente von Verschwörungstheoretikern findet ihr übrigens hier: https://www.spektrum.de/wissen/10-mythen-ueber-die-mondlandungen/1301190

Und für alle, die auch mal auf dem Mond spazieren wollen, gibt es hier das Originalmaterial der NASA:

 

1 Kommentar zu “10 Dinge über die Mondlandung, die Du nicht wusstest

  1. Simon Jansen

    Krasse Story.
    Das mit dem Wind ey…hab neulich mit mein Cousin gestritten und wusste das noch nicht.
    Danke man!

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