Diese 11 Serien helfen dir zuhause zu bleiben

Seit vielen Jahrzehnten versorgen uns die Vereinigten Staaten von Amerika mit einem nicht enden wollenden Vorrat an Serien und den dazugehörigen Bewegtbilddiensten. Egal, ob Politthriller-Liebhaber, Drama-Queen, Sitcom-Süchtler oder History-Channel-Addict: Wir haben ein Top-11 der Serien zusammengestellt, die wir mit den USA verbinden. Natürlich gibt es alle diese Serien, alt wie neu, im Internet; die Verlinkungen haben wir für unsere Leser und Leserinnen bereits hinzugefügt.



Californication (1)

Der Begriff Californication ist ein Kofferwort aus California und Fornication, also Unzucht; demnach ist es eine abwertende Bezeichnung für das Lotterleben an der Westküste. Und genau darum geht es auch in dieser Serie: Der New Yorker Schriftsteller Hank, der vor kurzem in die Stadt der Engel gezogen ist, vögelt sich in einer Sinneskrise quer durch Los Angeles – begleitet von seinem Agenten Charlie und seinem schwarzen Porsche 964 Cabrio mit kaputtem Scheinwerfer. Dabei begegnen sie einem Haufen skurriler Charaktere, Alkohol und Drogen. Was sehr ernst klingt, ist unfassbar unterhaltsam: Hank Moody stolpert trotz der besten Intensionen von einem Fettnäpfchen ins nächste. Und am Ende vom Tag dreht sich doch alles nur um die Liebe zu seiner Tochter Bekka und seiner Ex-Dauerfreundin Karen. Wer auf schwarzen Humor und Rock’n Roll-Anekdoten steht, wird Californication lieben!

House of Cards (2)

Wer sich für US-Politik interessiert, kommt an House of Cards eigentlich nicht vorbei. In der 2013 erschienen Serie spielt Kevin Spacey als Frank Underwood die Hauptrolle. Im US House of Representatives spinnt Underwood als Democratic Majority Whip diverse Intrigen, um seinen Einfluss und seine Macht kontinuierlich auszubauen. Regelmäßig adressiert Underwood „durch die vierte Wand“ dabei das Publikum, um diesem Nachhilfe in der Anwendung von Rücksichtslosigkeit zu geben:

“For those of us climbing to the top of the food chain, there can be no mercy. There is but one rule: hunt or be hunted.”

Der aufmerksame Serienjunkie wird neben einer spannenden Geschichte auch mit malerischen Bildern aus Washington D.C. und einem tollen Soundtrack belohnt. Diese Kultserie, die in diversen Kategorien mittlerweile Sieben Emmys gewonnen hat, konnte schon früh einen besonders prominenten Fan für sich gewinnen – den US Präsidenten Bill Clinton. Dieser ließ sich sogar zur Aussage hinreißen, die Inhalte der Serie stimmten 99% mit der Wahrheit über ein. Macht euch also selbst ein Bild, wie die US-Politik hinter den Kulissen aussehen könnte!

The Simpsons (3)

Man muss vermutlich niemandem den Inhalt der Serie „The Simpsons“ erklären: Die Familie um Faulpelz und Alkoholiker Homer sind Cartoon-gewordene Popkultur der Vereinigten Staaten. So gut wie jeder Prominente hatte dort bereits einen Gastauftritt oder wurde persifliert, von George H. W. Bush bis Lady Gaga. Michael Jackson schrieb Bart Simpson einen Song und jahrelang rätselte man, ob er einem Irren, der sich für ihn selbst hielt, die Stimme geliehen hatte. Die Simpsons laufen mittlerweile seit über 30 Jahren und alle Folgen sind auf Disney+ verfügbar. Ihr könnt demnach für euch ganz persönlich rausfinden, wann sie Qualität verloren haben, in welchem Staat eigentlich Springfield liegt und vor allem, welche die worst episode ever ist.

M*A*S*H (4)

Der Korea-Krieg stand schon immer im Schatten des anderen großen amerikanischen Krieges in Asien im 20. Jahrhundert, dem Vietnam-Krieg. Die Serie M*A*S*H aus den 70er Jahren beleuchtet diesen Krieg aus der Sicht der Mitglieder eines mobilen Armee-Hospitals in Uijeongbu, Südkorea. In den ersten zwei Staffeln noch sehr Comedy-lastig entwickelt sich M*A*S*H in den nächsten neun Staffeln zu einem tragischen Anti-Kriegs-Epos bei dem einem gerne das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Serie zeigt die ganzen Schrecken dieses „vergessenen Krieges“ – gepaart mit der Menschlichkeit und dem schwarzen Galgenhumor der Armeeärzte und Krankenschwestern. Der Fokus der Serie liegt dabei auf Benjamin „Hawkeye“ Pierce, gespielt von Alan Alda, dem Chef-Chirugen des Mobile Army Surgical Hospital und Margaret „Hot Lips“ Houlihan, gespielt von Loretta Swit, der leitenden Krankenschwester. Die Show zählte in den 11 Jahren in denen sie „on air“ war zu den bedeutendsten Serien in den USA und erzielte einen damaligen Zuschauerrekord für ihre letzte Episode mit 125 Millionen Zuschauern. Verfügbar ist M*A*S*H in Deutschland kostenlos über das VHS-Vault des Internet-Archive.

Orange is the new black (5)

Comedy, Drama und Epos: Die US-Serie Orange is the new black (OITNB) vereint in ihren sieben Staffeln viele Genres und zeichnet ein überaus kritisches und zugleich faszinierendes Bild der amerikanischen Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Serie steht eine geradezu klischeebeladene blonde US-Amerikanerin: Piper Chapman. Piper vereint alle Gegensätze in sich und ihrer Umgebung, dem Frauengefängnis von Litchfield. Dort sitzt sie ein wegen Drogenschmuggels – in den sie eigentlich durch ihre Affäre mit der reizenden Alex Vause geraten ist. Ach ja: Die sitzt auch in Litchfield ein. Beide haben also viele Staffeln lang Zeit, sich wieder näher zu kommen. Ohnehin lebt die Serie von den liebevoll gezeichneten Frauencharakteren, die allesamt die Zerrissenheit der US-Gesellschaft widerspiegeln. Trauer und Freude, Liebe und Verrat, Hoffnung und Ernüchterung, Minderheit und Mehrheit – vieles, was uns an den Vereinigten Staaten fasziniert, hinterfragt OITNB auf atemberaubende Art und Weise. Dabei liefert die Serie keine einfachen Antworten. Piper Chapman gibt es im richtigen Leben übrigens wirklich – sie heißt Piper Kerman und hat ihre Haftzeit in dem Buch „Orange is the new black: Mein Jahr im Frauenknast“ verarbeitet.

Modern Family (6)

Diese auf ganz außergewöhnliche Weise interessante wie unterhaltsame Serie ist der perfekte Begleiter für die hoffentlich letzten Wochen des Lockdowns. Immerhin wurde sie zwischen 2009 und 2020 nicht nur mit Auszeichnungen überhäuft, sondern zählt inzwischen gute 11 Staffeln. Ausgewählt haben wir sie, weil sie einen guten Einblick in die moderne US-amerikanische Familie gibt. Zu sehen ist diese „Mockumentary“ auf Netflix, wenn man ein Abo hat, oder zu kaufen bei verschiedenen Plattformen wie Amazon Prime oder YouTube.

Die von Christopher Lloyd und Steven Leviten erdachte wie produzierte Serie handelt von einer Patchwork-Großfamilie, wie sie nicht besser in das 21. Jahrhundert passen würde. An der Spitze steht Patriarch Jay Pritchett, der von Ed O’Neill gespielt wird – was stets einen Hauch von „Eine schrecklich nette Familie“ mit sich bringt. Jay ist in zweiter Ehe mit der geschiedenen Kolumbianerin Gloria verheiratet, die einen Sohn in die Beziehung mitbringt. Während Jays Tochter Claire den kalifornischen Vorstadt-Traum mit Ehemann Phil und drei Kindern lebt, ist sein Sohn Mitchell gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Cameron froschgebackener Adoptiv-Papa eines asiatischen Mädchens. 

Die Serie bietet genau so viel Komik, wie diese explosive Mischung an Klischees vermuten lässt. Dabei scheut sie sich weder, auf unterschwellige Weise gesellschaftliche Themen wie Migration oder LGBTQ-Rechte anzusprechen, noch spart sie mit Seitenhieben auf das moderne, gut situierte Vorstadt-Milieu. Dabei bleibt die Serie durchweg sympathisch und ist vor allem ein Lehrstück über die Bedeutung von Familie. Besonders sehenswert: Die Interview-Rückblenden und der fast doku-haft anmutende Stil mancher Kameraeinstellungen.

The West Wing (7)

Erinnerst du dich noch an eine Zeit als der Präsident der Vereinigten Staaten eine moralische und intellektuelle Autorität war? Nein? Dann ist The West Wing die Serie für dich. The West Wing beleuchtet die Amtszeit des fiktiven Präsidenten Josiah Bartelt, gespielt von Martin Sheen, und seinem „Staff“. In der Serie erhältst du einen Einblick in die Abläufe im Weißen Haus und in die Arbeitsweise der Mitarbeiter im engsten Kreis eines Commander in Chief. Martin Sheen spielt dabei überzeugend einen Präsidenten, der sich der Würde seines Amtes in guten wie in schlechten Zeiten bewusst ist und dementsprechend überlegt handelt. Darüber hinaus erfährst du, was eigentlich die Funktionen eines „Chiefs of Staff“, eines „Communication Directors“ oder eines „Press Directors“ sind. Das Ensemble um Sheen gibt dem Zuschauer dabei mal Ernst mal mit Humor einen wunderbaren Einblick in den höchsten Machtzirkel Washingtons. The West Wing ist verfügbar bei Amazon und auf iTunes.

Breaking Bad (8)

Okay, seien wir ehrlich: Breaking Bad ist in dieser Aufzählung nun wirklich keine Überraschung. Die Serie dürfte jedem bekannt sein, sie ist mittlerweile großer Teil der amerikanischen Popkultur. Immer noch bleibt uns die Szene der Ermordung von Gustavo Fring tief im Gedächtnis hängen, bei der das halbe Gesicht fehlte oder Danny Trejos Kopf auf dem Rücken einer explodierenden Schildkröte. Breaking Bad wurde aber besonders dafür bekannt, dass ein Lehrer auf Grund seiner miserablen finanziellen Lage/schlechter Besoldung zu New Mexicos größtem Meth-Kingpin aufsteigt, um seine Familie im Falle seines Todes durch eine Krebserkrankung abzusichern. Dies löste in Amerika eine Debatte über die Bezahlung von Lehrern aus. Breaking Bad ist für jeden Amerika-Freund und/oder Serienjunkie ein Must see, die ruhige Erzählweise erzeugt Spannung – 5 von 5 Meth-Steine!

The Americans (9)

Es ist 1980 und der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion ist in vollem Gange. Was unglaublich klingt, beruht auf wahren Begebenheiten: Mitten in Amerika führen die beiden KGB-Spione Philip und Elizabeth Jennings eine Tarn-Ehe, zwei ahnungslosen Kinder vervollständigen das Bild einer ganz normalen US-amerikanischen Familie.

Während der Alltag der beiden Agenten überwiegend durch Spionage-Tätigkeiten bestimmt wird (welche, wenn man Historikern glauben darf, äußerst akkurat dargestellt werden), wird das anfänglich zur Tarnung begonnene Familienleben – inklusive westlichem Lebensstil – mit der Zeit nicht nur zum höchsten Gut der beiden Spione, sondern stellt deren kommunistische Gesinnung immer wieder auf eine harte Probe. Das ebenso spannende wie realistische Drama nimmt fahrt auf, als ein neuer Nachbar einzieht: Es ist ausgerechnet FBI-Agent Stan Beeman, der für die Spionageabwehr tätig ist.

Die mehrfach dafür nominierte Serie „The Americans“ wurde 2019 schließlich mit einem Golden Globe bedacht. Sie vermittelt exzellentes Cold-War-Feeling und gibt einen guten Einblick in das Leben der USA in den 80er Jahren. Dabei scheut sie sich nicht, sowohl eiskaltes Kalkül als auch bewegende Menschlichkeit auf beiden Seiten des Konfliktes zu thematisieren. Zu sehen ist die Serie für Abonnenten auf Netflix.

Mad Men (10)

„Ad Men“, so werden in den späten 50ern und frühen 60ere Jahren im amerikanischen Sprachgebrauch Werbeleute bezeichnet. Aufgrund der vielen Werbeagenturen in der Madison Avenue und als selbstironische Anspielung auf das unkonventionelle Leben der Branchenvertreter wurde daraus „Mad Men“ – fertig ist der Titel einer geradezu meisterlichen Serie. Die lief zwischen 2007 und 2015 und thematisiert die Werbebranche der 1960er. 

Die Handlung, die immer wieder überraschende Wendungen nimmt, entwickelt sich mit dem Leben und den Entscheidungen von Don Draper, der von John Hamm grandios verkörpert wird. Don ist erfolgreicher Kreativdirektor einer Agentur und führt nach außen hin das perfekte Eheleben mit seiner Frau Betty (January Jones). Tatsächlich ist er jedoch ein ebenso geheimnisvoller wie rastloser Mann.

Matthew Weiners Serie über Liebe, Verlust und die Suche nach sich selbst (Was macht einen Menschen zu dem, der er ist?) ist so reichhaltig an Bildern, Eindrücken, Emotionen und Gedanken, dass sie eher Literatur als Fernsehen ist, auf jeden Fall aber Kunst. Dabei erzählt sie so beiläufig und unabsichtlich von den aktuellen Ereignissen und gesellschaftlichen Herausforderungen des Amerika der 60er, dass der Zuschauer das Gefühl hat, in Land und Zeit einzutauchen. Das erreichten die Produzenten nicht nur mit viel Liebe fürs Detail bei Bühnenbild, Maske und Mode, sondern auch mit der richtigen Kameraeinstellung, die mit einem subtil körnigen Bild und wenigen Schnitten ganz unterschwellig ein Gefühl für die Vergangenheit aufkommen lässt.

Die Mad-Men-Besetzung, zu dem nicht nur Elizabeth Moss, Jared Harris und Alison Brie, sondern zahlreiche andere (wachsende) Größen gehören, stellt übrigens mehr oder weniger geschlossen den Cast für das Computerspiel „L.A. Noire“, das in den späten 40ern angesiedelt ist. Die Macher wusste, warum! Wer „Mad Men“ anschauen will, kann das auf Netflix tun. Aber Vorsicht: Am Ende könntest du Krawatten tragen und Lucky Strike rauchen.

 

Desperate Housewives (11)

Last, but not least: Die berühmte tragikomische Serie „Desperate Housewives“ widerspiegelt das moderne amerikanische Leben, welches sowohl von Vorzügen aber auch von Lastern geprägt ist.

Im Mittelpunkt der Serie stehen vier Hausfrauen, die in einem ruhigen amerikanischen Vorort leben und verzweifelt nach persönlichem Glück suchen. Sie arbeiten aus einer Vielzahl von Gründen nicht – eine persönliche Tragödie, ein wohlhabender Ehemann oder eine große Familie, die Aufmerksamkeit erfordert.

Verfeinert mit schwarzem Humor und perfektem Cast, stellen die Produzenten ein Leben voller mysteriösen Geheimnisse und persönlichen Probleme dar, das hinter einer schönen Fassade steckt. Zu sehen ist die Serie auf Prime Video. 



Haben wir eine Serie vergessen, die auf jeden Fall in diese Liste müsste? Schreib uns gerne oder lass‘ einen Kommentar da. Du bist mehr Film-Liebhaber als Serien-Monogamist? Gar kein Problem. Vielleicht ist ja unsere TOP 10 der US-amerikanischen Filme was für dich! Stell das Popcorn in die Mikrowelle und tauche ein in echte amerikanische Kultur, Baby.


Bild: gotopotham / flickr CC BY 2.0.

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