Warum der 3. Oktober eine transatlantische Sternstunde ist

Letzten Samstag feierten wir 30 Jahre Deutsche Einheit. Es jährt sich der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik in die Bundesrepublik Deutschland, das Ende zweier Staaten und der Beginn des Landes, wie wir es heute kennen. Dass dies schon am 03.10.1990 geschehen konnte, weniger als ein Jahr nach dem Mauerfall war keine Selbstverständlichkeit. Neben turbulenten politischen Entwicklungen in der untergehenden DDR war auch die internationale und besonders die Europäische Stimmung alles andere als klar für eine deutsche Wiedervereinigung, insbesondere nicht für eine schnelle. 

Deutschland schwankt stets auf unberechenbare Weise zwischen Aggression und Selbstzweifeln“ 

Aus dem Vereinigten Königreich ließ Premierministerin Thatcher Zweifel verlauten, Deutschland habe „stets auf unberechenbare Weise zwischen Aggression und Selbstzweifeln geschwankt“. Und auch in Frankreich traf der Gedanke auf ein vereinigtes Deutschland auf wenig Gegenliebe. Doch im vom US State Department vorgeschlagenen Vorgehen im Rahmen der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen konnte die USA London dahingehend beschwichtigen, dass Gesamtdeutschland in der NATO verblieb. Frankreichs Zustimmung wurde über die Einbindung Deutschlands insbesondere in das neue europäische Finanzsystem gewonnen, das wir heute mit dem Euro kennen. 

Deutsche Wiedervereinigung – Ein internationales Unterfangen 

Dies schuf wesentliche Voraussetzungen, dass die “zwei” deutschen Staaten, BRD und DDR, sowie die “vier” Siegermächte des zweiten Weltkrieges Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion und USA am 02. Oktober den Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland oder kurz den Zwei-plus-Vier-Vertrag beschlossen. Dieser regelte unter anderem die Grenzen Deutschlands, dessen Zugehörigkeit zu internationalen Organisationen wie der NATO oder der damaligen Europäischen Gemeinschaft und Stationierungsfragen (so wurde beschlossen dass die Sowjetunion Ostdeutschland verließ, allerdings auch keine internationalen  NATO Stützpunkte auf ehemaligem DDR-Gebiet errichtet, sowie keine Atomwaffen auf diesem stationiert sein werden). Auf diesen Tag hatten sich die innerdeutschen Entwicklungen und Gespräche im Wesentlichen ausgerichtet, denn das Inkrafttreten des Einigungsvertrags, welcher schon im August 1990 in beiden Parlamenten Zustimmung fand, war an das Zustandekommen dieses internationalen Abkommens gebunden. Mit dem Datum des 03. Oktober 1990 endete in Deutschland auch die Nachkriegszeit, welche vom Kalten Krieg zwischen dem Westen und dem Sowjet-Sozialismus bestand. 

Mr. Gorbachev, tear down this wall!” – USA, Freund eines geeinten und freien Deutschlands 

Dass Letzterer zusammenbrach, kam für die meisten Beobachter überraschend. Dass dies geschehen konnte und auch dass vorher keine weiteren Teile Deutschlands in die totalitäre Einflusssphäre der Sowjetunion fielen, ist maßgeblich das Werk der USA. Kennedys “Ich bin ein Berliner” und Reagans “Mr. Gorbachev, tear down this wall!”, repräsentieren die rhetorischen Wegmarken, die den Marshallplan, die geschickte Eindämmungspolitik und den klugen Rüstungswettlauf begleiteten. Bei all dem und insbesondere zuletzt haben sich die USA als Freund eines freien Deutschlands gezeigt. Damit ist der Tag der Deutschen Einheit auch eine transatlantische Sternstunde.  

Titelbild: Unsplash.

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